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25 Jahre Quality of Life Preis der Lilly Deutschland Stiftung: Wissenschaftliche Arbeiten zur Lebensqualität von Menschen mit Krebs und COPD ausgezeichnet

Pressemitteilung, 06. Mai 2022. 

Am 06. Mai 2022 fand die Verleihung des Quality of Life Preises 2021 der Lilly Deutschland Stiftung statt. Die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigte zwei wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „gesundheitsbezogene Lebensqualität“. Der erste Preis und 6.000 Euro gingen an das Team von Dr. Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Dr. Manuel Huber vom Helmholtz Zentrum München kam mit seinem Autorenteam auf Platz zwei und erhielt 4.000 Euro. Die Gewinner-Teams wurden aus über 40 Einreichungen von einer Jury aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewählt.

Die Lilly Deutschland Stiftung vergab den Quality of Life Preis 2021 bereits zum 25. Mal. Der Preis würdigt wissenschaftliche Arbeiten, die einen besonderen Beitrag zur Integration von Lebensqualitätsforschung in die medizinischen Therapieentscheidungen leisten. Im Jahr 2021 wurden zwei wissenschaftliche Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die sich mit gesundheitsbezogener Lebensqualität von Menschen mit Krebs bzw. mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) beschäftigen: Die erste Arbeit untersucht die Lebensqualität von Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben, während sich die zweite Arbeit mit dem Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index und Lebensqualität von Menschen mit COPD befasst. Im Zuge der Preisverleihung in Bad Homburg blickten die Preisveranstalter der Lilly Deutschland Stiftung auf zahlreiche spannende Projekte aus den letzten 25 Jahren zurück. „Die aktuelle Preisvergabe ist ein großer Meilenstein für uns. Seit der Gründung des Preises 1996 haben wir bereits über 50 tolle Arbeiten ausgezeichnet und damit immer wieder ein Zeichen für die Wichtigkeit und den Nutzen der Lebensqualitätsforschung gesetzt“, sagte Preisgründer Dr. Johannes Clouth in seiner Rede.

Dr. Cecilia Hanne, Geschäftsführerin der Lilly Deutschland Stiftung, betonte bei der Zeremonie deshalb auch die besondere Leistung und Bedeutung der ausgezeichneten Projekte: „Die Verbindung zwischen Gesundheit und Lebensqualität ist wichtig, weil gesund zu sein nicht nur die Abwesenheit von Krankheit bedeutet, sondern auch das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden eines Menschen impliziert. Bei Therapieentscheidungen sollte nicht nur die Heilung von Krankheiten oder die Verbesserung von Symptomen im Mittelpunkt stehen, sondern auch das Wohlbefinden und damit die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten.“

Über die ausgezeichneten Forschungsprojekte

Erster Platz (6.000 Euro Preisgeld): Dr. Volker Arndt – „Leben nach dem Krebs“
Die Jury würdigte die Arbeit einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern rund um Dr. Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft für ihre Arbeit zum Thema „Leben nach Krebs (LENA) – Bevölkerungsbezogene Ergebnisse zur Langzeit-Lebensqualität nach Krebs“. In Deutschland gibt es, Schätzungen zufolge, über 4,65 Millionen Menschen, die mit oder nach einer Krebserkrankung leben – sogenannte Cancer Survivors. Auch ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit nimmt zu. Allerdings mangelt es an repräsentativen Studien, die sich mit der Lebensqualität von Cancer Survivors beschäftigen, bei denen die Diagnose länger als fünf Jahre zurückliegt. Das LENA-Konsortium fasst die Daten aus mehreren sehr detaillierten epidemiologischen Studien zusammen. Die Studie liefert wertvolle Anhaltspunkte für die Entwicklung von Nachsorgeprogrammen und Empfehlungen zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Betroffenen.

Zweiter Platz (4.000 Euro Preisgeld): Dr. Manuel Huber – „Beziehung zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und der Lebensqualität von COPD-Patienten“
Das Team von Dr. Manuel Huber vom Helmholtz Zentrum München beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Insgesamt wertete es die Daten von über 11.500 Menschen aus, die von dieser chronisch fortschreitenden Atemwegserkrankung betroffen sind. Das Forschungsteam fand heraus, dass sowohl Untergewicht als auch Übergewicht bei Menschen mit COPD mit Einbußen der wahrgenommenen Lebensqualität einhergehen. Besonders spannend ist die neue Erkenntnis, dass die Lebensqualität von Betroffenen in einem nicht linearen Verhältnis zum BMI steht. So haben betroffene Personen mit sehr schwerer COPD und einem BMI von 35 bis 40 den größten Ausschlag in Richtung positiver wahrgenommener Lebensqualität, während in früheren Stadien ein geringerer BMI mit dem größten Ausschlag verbunden ist. Die Erkenntnisse aus dieser Studie können zur Überarbeitung der COPD-Leitlinien in Bezug auf den BMI beitragen. Sie liefern außerdem fruchtbare Hinweise zur Verbesserung des COPD-Managements im klinischen Alltag bei gleichzeitiger Steigerung der Lebensqualität von Patientinnen und Patienten.

Eine Jury aus renommierten Forscherinnen und Forschern
Die Bewertung der hochkarätigen wissenschaftlichen Arbeiten, die in diesem Jahr eingereicht wurden, übernahm eine Jury aus namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: Prof. Dr. Anne Karow vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Psychosoziale Medizin; Prof. Dr. Thomas Kohlmann von der Universität Greifswald, Institut für Community Medicine; Prof. Dr. Matthias Rose von der Charité in Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik sowie Prof. Dr. Susanne Singer vom Institut für Medizinische Biometrie der Uni Mainz.

Alle Informationen zur Ausschreibung, den Vergabekriterien sowie den einzureichenden Unterlagen sind auf der Website der Lilly Deutschland Stiftung unter www.lilly-stiftung.de/projekte/quality-of-life-preis/ zu finden. Die Ausschreibung des Quality of Life Preises 2022 hat bereits begonnen und ist bis 01. Juli 2022 offen für Bewerbungen.