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30 Jahre Quality of Life Preis: Drei Jahrzehnte für das, was Patient:innen wirklich bewegt

Die Lilly Deutschland Stiftung verleiht zum 30. Mal den Quality of Life Preis – Preisgeld erstmals auf 20.000 Euro verdoppelt.

Berlin, 29. Mai 2026 – Wie fühlt es sich an, krank zu sein? Diese Frage steht seit 30 Jahren im Mittelpunkt des Quality of Life Preises der Lilly Deutschland Stiftung. Zum Jubiläum wurden vier wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die zeigen: Lebensqualität lässt sich messen, fördern – und entscheidet mit darüber, ob Versorgung wirklich wirkt. Die Preisverleihung fand am 29. Mai 2026 erstmals im Rahmen der 1. Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für patientenberichtete Outcomes und Gesundheitsdaten (DG-Pro e.V.) in Berlin statt. „Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, wie unterschiedlich die Faktoren sind, die Lebensqualität beeinflussen – von psychischer Gesundheit über soziale Unterstützung bis hin zu neuen digitalen Versorgungsansätzen”, sagte Dr. Cecilia Hanne, Geschäftsführerin der Lilly Deutschland Stiftung.

Die vier prämierten Arbeiten:

Trauma nach der Intensivstation | Prof. Dr. Jochen Gensichen, LMU München, untersuchte in der PICTURE-Studie eine oft übersehene Versorgungslücke: Rund 20 % der Überlebenden eines Intensivaufenthalts entwickeln posttraumatische Belastungssymptome. Eine kurze narrative Gesprächstherapie beim Hausarzt verbesserte die Lebensqualität noch zwölf Monate nach Behandlungsbeginn messbar.

Psychotherapie per Videoanruf | Apl. Prof. Dr. Markus Haun, Universitätsklinikum Heidelberg, zeigte in der PROVIDE-C-Studie: Fünf videobasierte psychotherapeutische Sitzungen für Hausarztpatienten mit Depression oder Angststörungen reduzierten psychische Beschwerden und verbesserten die Lebensqualität – sicher, wirksam und praktikabel.

Alter verändert, was Lebensqualität bedeutet | Dr. Franziska Springer, Universitätsklinikum Leipzig, wertete 87 internationale Studien zu älteren Krebspatienten aus. Befund: Die körperliche Lebensqualität sinkt mit dem Alter, die mentale bleibt oft stabil oder steigt sogar. Die Arbeit deckt zudem Lücken in der Versorgung auf – von der Symptomüberwachung bis zur Altersdiskriminierung im Gesundheitswesen.

Aufgewachsen im Heim – und dann? | PD Dr. Marc Schmid und M.Sc. Milou Leiting, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, untersuchten im Rahmen des JAEL-Projekts die Lebensqualität von 231 sogenannten Care Leaver:innen rund zehn Jahre nach ihrem Heimaufenthalt. Ergebnis: Psychische Belastungen zählen zu den stärksten Risikofaktoren für eine reduzierte Lebensqualität. Stabile soziale Beziehungen wirken schützend.

Die eingereichten Arbeiten wurden von einer Jury aus vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Hamburg-Eppendorf, Greifswald, Charité Berlin und Rostock bewertet. Die Ausschreibung zum Quality of Life Preis 2026 startet voraussichtlich im Sommer 2026 unter https://lilly-stiftung.de/.

Die Preisträger:innen, die Jury sowie Vertreter:innen der Lilly Deutschland Stiftung bei der Verleihung des 30. Quality of Life Preises (v.l.n.r.): die Jurymitglieder Prof. Dr. Thomas Kohlmann, Prof. Dr. Anne Karow und Prof. Dr. Susanne Singer; die Preisträger:innen M.Sc. Milou Leiting, Dr. Franziska Springer, apl. Prof. Dr. Markus Haun und Prof. Dr. Jochen Gensichen; Geschäftsführerin der Lilly Deutschland Stiftung Dr. Cecilia Hanne; Juror Prof. Dr. Matthias Rose; Vorstandsvorsitzender der Lilly Deutschland Stiftung Markus Felten. Foto: © CHLietzmann

Über die Lilly Deutschland Stiftung

„Gesundheit weiterdenken“ lautet das Leitbild der gemeinnützigen, unabhängigen Lilly Deutschland Stiftung mit Sitz in Bad Homburg. Sie will nachhaltig wirkende Impulse für eine gesunde Gesellschaft geben und dafür mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen herausragende theoretische und praktische Ansätze fördern. Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 hat die Stiftung gemeinsam mit Experten aus Gesundheit, Wissenschaft, Ethik, Krankenkassen und Politik bedeutende Projekte entwickelt und gefördert. Der paritäti­sche, ehrenamtlich tätige Vorstand ist besetzt mit Expert:innen aus Gesundheitswesen, Gesellschaft und Politik sowie Mitarbeitenden der Lilly Deutschland GmbH.

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